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Joseph Anton Maria Christen

(* 1767 Buochs, † 1838 Schloss Thorberg)

Lesende Frau

ca. 1808, Kalkstein

Hinter dem MUKS – Museum Kultur & Spiel Riehen ist zwischen Büschen und Sträuchern der Wettsteinanlage ein moosbedecktes und efeuüberwachsenes Denkmal aus Kalkstein versteckt. Eine Frau in schlichtem Kleid und Kopftuch sitzt auf einem umgestürzten, kannelierten Säulenstück und liest in sich zusammengesunken in einem Buch, womöglich in der Bibel. Neben ihr steht ein beschriftetes Postament mit aufgesetzter Urne. Auf dem Epitaph der Urne steht vermerkt: «Dem Andenken des besten Gatten gewidmet». Das Postament enthält die zusammengesetzte Inschrift zweier Bibelstellen: «Dort, wo der letzte Feind, der Tod aufgehoben sein wird, wird Gott abwischen alle Tränen von meinen Augen».

 

Entstehungsjahr und Name des Bildhauers sind nicht bekannt, jedoch deuten einige Hinweise auf den Schweizer Künstler Joseph Anton Maria Christen hin. Christen stammte aus einfachen Familienverhältnissen und schuf bereits im Alter von 18 Jahren erste Schnitzwerke, um die Familie finanziell zu unterstützen. Später erhielt er gar Aufträge von Zar Alexander I. Als Vertreter des Klassizismus wurde er vor allem für seine Portraitbüsten geschätzt.

 

Gewidmet ist dieses Denkmal vermutlich Leonhard Heusler-Mitz, der 1807 verstarb. Er war Kaufmann und kam durch die väterliche Strumpffabrik zu grossem Wohlstand. Zudem war er Finanzexperte und Mitglied des Staatsrats des Kantons Basel-Stadt, Präsident der Basler Postkammer und Besitzer des «alten Wettsteinhauses». Die Witwe Agnes Mitz kaufte 1808 das neue Wettsteinhaus und errichtete in dieser Zeit vermutlich auch das Denkmal für ihren Gatten.